Im Jahre 1722 wechselte Georg Philipp Telemann von Frankfurt nach Hamburg, um dort das hoch angesehene Amt des Städtischen Musikdirektors anzutreten. Die erste Komposition, die er dem Hamburger Publikum im neuen Amt präsentierte, war das Passionsoratorium „Seliges Erwägen“. Der Erfolg war enorm und auch nachhaltig, denn diese abendfüllende Komposition wurde eines der meistgespielten deutschsprachigen Passionswerke des 18. Jahrhunderts.
Es ist tatsächlich ein Meisterstück. In neun Abschnitten, die jeweils einer Station auf dem Leidensweg Jesu gewidmet sind, kommt es zu einem regen Wechsel von betrachtenden Texten, freilich in einer sehr metaphernreichen barocken Sprache. Telemann zaubert auf der Basis eines überaus farbig besetzten Orchesters eine Vielzahl von ausdrucksstarken Rezitativen, Ariosi und Arien hervor. Dabei singen sowohl allegorische Personen wie Andacht oder Glaube, als auch handelnde Personen wie Jesus, Petrus und Chaiphas. Ergänzt werden die einzelnen Betrachtungen durch schlicht gesetzte Choräle.
Das Freiburger Barockorchester hat diese großartige Komposition beim Telemann-Festival im vergangenen Dezember in Hamburg aufgeführt, die Liveaufnahme ist jetzt als CD erschienen. Das Orchester bewältigt die umfangreiche Partitur mit den vielen von Telemann vorgesehenen Solopartien bestens. Ob Solovioline, Oboe, Chalumeau oder Horn, auf allen Positionen sind die Freiburger hervorragend besetzt. Die Vokalsolisten schlagen sich ebenfalls sehr gut, zumal etwa die Sopranistin Anna Lucia Richter einen außergewöhnlichen Stimmumfang bewältigen muss. Besonders eindrucksvoll gestaltet der Bariton Peter Harvey die Jesus-Arien. Nicht optimal dagegen gelingt die Darbietung der schlichten Choräle. Hier singt ein Solistenquartett, das leider recht uneinheitlich klingt und sich in puncto Intonation hin und wieder mit den begleitenden Instrumenten reibt. Ein kleiner Chor wäre zwar aufwändiger, aber doch weit wirksamer gewesen.
Insgesamt aber ist die Einspielung von Telemanns „Seliges Erwägen“ eine große Bereicherung für das Passionsrepertoire.
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